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Kalender 2017

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Domäne Woosten

Woosten wird erstmals 1269 in einem Vermächtnis für seine Kirche erwähnt. Die weit über das Land schauende heutige Kirche stammt aus dem 14. Jahrhundert. Unterhalb der Kirche stand wahrscheinlich schon seit dem 13. Jahrhundert eine kleine Wasserburg.




1296 kaufte das Zisterzienserkloster Neuenkamp vom Herzog von Werle das Obereigentum an Woosten, Wendisch Waren und einigen Nachbarorten, verkaufte es aber 1455 "wegen bösartiger Nachbarn" wieder den Herzögen. Mit dem Gebiet des Kirchspiels von Woosten waren seit spätestens 1419 die v. Grabow belehnt. 1630 hatten Woosten und W.Waren je 22 Eigenwirtschaften (Bauern und Kossäten) und zusammen 350 Einwohner, 49 davon überlebten Pest und Krieg bis 1649. Die v.Grabows hatten damals Woosten dem schwedischen Major Trapmann verpfändet, der Bauernäcker mit Gewalt zum Gutsland legte, dabei einen Bauern erschoss und floh. Erst 1700 aber löste Hans v.Grabow das Pfand ein. 1704 hatte Woosten noch 3 Eigenwirtschaften (2 Bauern, 3 Kossäten), W.Waren noch 6, die beiden Orte hatten 118 Einwohner über 16 Jahren.

An Stelle der Burg errichteten die v. Grabow 1740 ein Herrenhaus. 1751 verkauften sie Woosten, jetzt reines Gutsdorf ohne Eigenwirtschaften, an E.v. Plessen, der verkaufte es 1752 dem Herzog, seitdem war es Domäne (galt aber rechtlich weiter als ritterschaftlich) und wurde zunächst zusammen mit W. Waren, im 19. Jhdt. (wohl weil die Höfe in W.Waren nun in Erbpacht vergeben wurden) allein verpachtet, ab 1849 als Hausgut. 1835 hatten Woosten und W.Waren 260 Einwohner (1896 523, 2003 429). Die Domäne besaß 1887 645 ha, 1930 656 ha und sollte dann in Stellen zu etwa 20 ha aufgesiedelt werden; dies mißlang. Die verkleinerte Domäne kaufte 1938 der Hamburger Kaufmann Schwarz. Er riß das Gutshaus ab, um anderswo ein neues zu bauen. Dazu kam es nicht, weil Schwarz starb, und der Krieg ausbrach. Innerhalb des Burggrabens steht heute nur eine Tischtennisplatte. Schwarz' Schwester, Frau Andorfer, führte das Gut vom "Inspektorhaus" aus. 1945 wurde Frau Andorfer vertrieben, das Gut enteignet (im "Inspektorhaus" kamen zeitweise 15 Flüchtlingsfamilien unter) und auf 52 Neubauerstellen zu gut 6 ha aufgeteilt; viele Neubauern gaben in den folgenden Jahren wieder auf.

Das Inspektorhaus wird jetzt durch den Heimatverein genutzt. 


Literatur:

Egon Wulf, 725 Jahre Kirche Woosten, Woosten 1994;
Fred Ruchhöft, Die Entwicklung der Kulturlandschaft im Raum Plau-Goldberg..., Rostock 2001 (vgl. dort im Index unter Woosten)