Der Ort ist aus einer zu Drosedow gehörenden Ziegelei mit angeschlossener Landwirtschaft im 19. Jh. hervorgegangen. Es war lange Zeit eine Erbpachtstelle. Das Herrenhaus ist sehr großzügig gestaltet. Es wurde wohl eher als ein luxuriöses Wochenenddomizil angelegt und nicht als Mittelpunkt einer Bauernwirtschaft. 1928 wurde Seewalde als "Gut" eines Herrn Bastian aus Karlsruhe geführt. 1934 ging Otto Bastian Konkurs und Seewalde wurde zwangsversteigert. Ersteigert wurde es vom Schriftsteller Hermann Lamm. Auch er konnte das Gut nicht auf Dauer halten. Er verkaufte es 1938 an das Evangelische Diakonissen-Mutterhaus und Kinderheim St. Michael in Berlin-Friedenau. Im Juni 1941 gaben sie Seewalde auf und verkauften es an den Vorstand des Heil- und Erziehungsinstituts für seelenpflegebedürftige Kinder Lauenstein e.V. Altefeld. Die Lauensteiner waren bei dem Erwerb vor allem an den Gebäuden interessiert. Die Landwirtschaft sollte nur ein Nebenbetrieb sein, den sie durch den Landwirt Otto Schulz verwalten lassen wollten. Im Mai 1949 wurde das Institut enteignet, der Verein wurde aufgelöst und die Akten kamen nach Ueckermünde. Im Grundbuch wurde das Anwesen als Volkseigentum eingetragen. Im Anschluss diente Seewalde zunächst als Außenstelle der Psychatrischen Klinik Ückermünde, dann wurde eine Internatsoberschule eingerichtet. In diesem Zusammenhang enstanstanden anfang der 60 iger Jahre das Schulgebäude – heutiges Werktattgebäude – die Häuser mit Mitarbeiterwohnungen und ein später abgerissenes Internatsgebäude sowie das Kohle-Heizhaus am alten Gutshof. Schon Ende der 60 iger Jahre änderte sich die Nutzung erneut, es wurden seither Erzieherinnen in Seewalde ausgebildet, im Sommer waren Kinderfreitzeitgruppen untergebracht. Wenige Jahre vor der Wende (1987) löste die SED die Schule auf und hatte vor, diese Gebäude für sich als Schulungs- und Erholungsobjekt zu nutzen; dazu kam es aber nicht mehr. 1987 stand Seewalde leer. 1990 stellte der Lauenstein e.V. einen Rückübertragungsantrag. Anfang 1995 konnte der Verein Seewalde wieder übernehmen. 1996 wurde der Grundstein für zwei moderne Doppelhäuser gelegt. 1997 begann wieder die Arbeit mit Behinderten. Mit Hilfe der "Aktion Mensch" bauten die Seewalder Werkstätten für Behinderte.
Seewalde ist Bestandteil des Wochenkalenders 2008
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