Gutshäuser und Schlösser Gutshäuser und Schlösser Gutshäuser und Schlösser
Gutshäuser und Schlösser Gutshäuser und Schlösser

Aktuell

Gutshäuser

Domänen

Schlösser

Burgen

Lageplan

Gärten und Parks

Wappen und Familien

Urlaub im Schloss

Urlaub im Gutshaus

Links

Stiftungen

Quellen

Kontakt / Impressum



Wochenkalender

Kalender 2012

Kalender 2011

Kalender 2010

Kalender 2009

Kalender 2008

Kalender 2007


Suche


alle Kalender auf einen Blick
 

Gutshaus Friedrichsruh bei Neubrandenburg

 
Gutshaus Friedrichsruh
Karte
Lage

Das im Amt Stavenhagen-Land in Mecklenburg gelegene frühere Lehngut Friedrichsruh gehörte ursprünglich, zusammen mit dem Hauptgut Gädebehn, der von Rügen stammenden ritterschaftlichen Familie v. d. Lancken. Ein Zweig der Familie v. d. Lancken war auch auf Galenbeck bei Stavenhagen besitzlich. Friedrichsruh zählte zu den landtagsfähigen Gütern des Großherzogtums Mecklenburg-Schwerin. Die Berechtigung zu einem Sitz im mecklenburgischen Landtag gehörte als dingliches Recht zum Besitz an dem Gut.

Anfang des 19. Jahrhunderts besaß dann die mecklenburgische Familie v. Meyenn das Gut Friedrichsruh. Später kam das Gut in bürgerlichen Besitz der Familien Neumann und Kortüm. Mit dem Lehngut ging auch die Landtagsfähigkeit auf die neuen Besitzer über. Jede neue Besitzergeneration musste daher den "Lehnseid" gegenüber dem Großherzog neu ablegen und urkundlich bestätigen. Das alte Ständeparlament blieb bis 1918 zum Ende der Monarchie in Funktion. Der Landtag kam damals im jährlichen Wechsel in Sternberg und Malchin zusammen.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts saß über mehrere Generationen die Familie Hillmann auf Friedrichsruh. In Folge der Inflation nach dem 1. Weltkrieg mussten Hillmanns verkaufen. Die Berliner Fabrikantenfamilie Wendt erwarb 1923 das 290 ha große Landgut. Erst 1943(!) wurde der mittelalterliche Lehnbesitz durch "Allodifizierung" in Volleigentum umgewandelt. Gemäß Notarvertrag zahlte der neue Eigentümer, Herr Wendt, dafür eine Ablösesumme an das Land Mecklenburg. Die Familie Wendt bewirtschaftete Friedrichsruh bis zur Enteignung im Zuge der sog. Bodenreform von 1945 - 49. In der Folgezeit war das Haus von Flüchtlingen aus Hinterpommern und Ostpreußen bewohnt. Auch das Büro der LPG befand sich viele Jahre bis 1990 im Friedrichsruher Gutshaus.

Die Rückgabe des unrechtmäßig enteigneten Gutes an die Familie Wendt scheiterte nach der deutschen Wiedervereinigung, da die Regierung Kohl den gesamten volkseigenen Besitz der DDR zu Gunsten der Staatskasse verwerten wollte. Alle Prozesse der Alteigentümer gegen dieses neue Unrecht schlugen fehl. Der letzte Eigentümer von Friedrichsruh, Herr Joachim Wendt, verzichtete auf einen möglichen Rückkauf des Gutshofes mit Teilen der Ackerflächen.

Seit 1996 ist das verwüstete Gutshaus mit Hof und Park wieder in Privatbesitz. In den Jahren 1996-97 wurde das schlichte klassizistische Gutshaus von 1856 komplett renoviert. Ein Stallgebäude musste 2009 wegen Baufälligkeit abgerissen werden. An seiner Stelle entsteht 2010/11 im früheren Stil ein Wohnhaus mit angrenzender Halle. Den Dachfirst soll wieder der erhalten gebliebene Uhrenturm zieren. Die alte Stundenglocke wird dann wieder in Friedrichsruh erklingen.


Gutshäuser, Schlösser
Wappen im Giebel

zurück



aktualisiert: