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Gutshaus (Schloss, Jugendschloss) Neu Sammit

Neu Sammit ist ein Ortsteil des Luftkurortes Krakow am See. Hier steht abseits vom ehemaligen Wirtschaftshof am Ufer des Langsees inmitten einer gepflegten Parklandschaft das Herrenhaus.




Sammit (heute Alt Sammit) und Tessin gehörten zum Land der Bellin, wendischer Adliger, Gefolgsleute der Werle. Ein Bellin gab Tessin und Sammit seinem Schwiegersohn, dem aus Westfalen gekommenen Weltzien, zu Lehen. Von Weltziens waren Besitzer der beiden Güter noch in den 1790er Jahren.

Sammit, zunächst eine Burg auf halbem Weg zwischen den Nordenden von Derliener und Kernlower See, wird 1638 in einem Gefecht zwischen Kaiserlichen und Schweden zerstört. Ende des 30jährigen Krieges lebt dort niemand mehr. 1650 beginnt der Wiederaufbau als Gut. Die Bevölkerungszahl vor dem Krieg wird erst 200 Jahre später wieder erreicht. Um 1690 baut Alexander von Weltzien am Südende des Sammiter Landes, "in völlig menschenleerer Gegend", aber am Schnittpunkt mehrerer großer Landstraßen (Rostock-Sammit-Plau bzw. Lübz; Schwerin-Neu Strelitz, Sternberg-Dobbertin-Malchow), das Gasthaus Grüner Jäger, das bald wichtiger Ausspann ist. Auch Treiber großer Viehherden, die über Rostock exportiert werden sollen, machen hier halt; ihr Vieh weidet solang am Langenhagen-See. Der Grüne Jäger liegt am Schnittpunkt von vier Territorien (Sammit im NW, Klostergut Bossow im NO, Rittergut Karow im SO, Rittergut - später Domäne - Woosten im SW). Auf Sammiter Land liegt neben dem Gasthaus zeitweise eine Glashütte, ferner ein Teerofen und ein Kalkofen, mit dem bis in die 1920er Jahre "große Lager vorzüglichen weißhydraulischen Kalks" ausgebeutet werden. Auch auf der Karower Ecke entsteht 1750 ein Gasthaus, auf den beiden anderen Ecken werden Waldwärterhäuser gebaut, auf Karows Ecke gibt es auch Büdner mit Landwirtschaft.

Nach Napoleons Abmarsch betätigen sich gegen 1815 Räuberbanden um den Grünen Jäger, angezogen wohl von seiner Lage an der Grenze verschiedener Polizeiämter, gedeckt angeblich von Krakower Ratsherren, ihren Hehlern.

Beliebt für wilde Tanzvergnügen am Wochenende, verlieren die Gastwirtschaften mit dem Bau der Eisenbahnen und neuer Chausseen ihre Rolle als Ausspann und brennen 1870-5 ab. Verschont bleibt der vor 1783 erbaute Katen der Familie Röpcke, die dort auf Pachtland bis 1945 lebt. Herr Röpcke arbeitet bei der Bahn, trägt eine Eisenbahneruniform und wird deshalb 1945 von Sowjetsoldaten erschossen, Frau und Kinder fliehen ins nächste Dorf, vom Katen sind nur Schutthaufen, ein großer Flieder und alte Obstbäume geblieben, gegenüber zwei riesigen, ungewöhnlich kleinblättrigen Linden, hinter denen das 1875 abgebrannte Karower Wirtshaus gestanden hat.

1725 errichtet Sammit am Südende des Langsees das Vorwerk Neu Sammit (NS), 1750 beginnt die Aufforstung der mit Glas- und Teerbrennerrei zerstörten Wälder südlich davon. 1786 gehört Sammit (mit Neu Sammit und Grüner Jäger) noch Hauptmann Christian Ludewig von Weltzien, wird verkauft, um sein Erbe aufteilen zu können, und wechselt dann häufig den Besitzer: 1800 J. Chr. Alex. Könemann aus Lübeck, der systematisch Kiefern pflanzt; 1826 Heinrich Seeliger, dann L. F. Lübbe; 1835 Dr. jur. Georg Heinrich Franz Wertheimer, Anwalt an der Rostocker Justizkanzlei, der 1839 Alt und Neu Sammit trennt und Neu Sammit (mit Grüner Jäger) um 1849 an J. F. Buchholz verkauft.

Neu Sammit ist mit 1040,1 Scheffel Einsaat auf 817,4 ha (Forst, Wasser, nur um 60 ha Acker, 30 ha Wiese) im Verhältnis zur Größe wenig ertragreich; die Bevölkerung sinkt bis 1910 beständig (1852: 73 Menschen, 1855: 59; 1883: 32; 1893: 30; 1902: 19; 1913: 22, 1923: 38, 1930: 31).

1868 ist Otto Erbrecht Eigentümer, 1873 bis 1895 der Kammerjunker Otto Christian Heinr. Gottl. von Bülow, zuletzt zusammen mit seinem Sohn Werner Emil von Bülow. 1885 wird das Lehn allodifiziert (und mit einer Ablösungsrente belastet), 1887 das riesige "Gutshaus", wohl eher Jagdschloss, errichtet. 1896 verkaufen die von Bülows an Maximilian Traun und erwerben stattdessen das viel ertragsreichere Gut Körchow. Traun verkauft um 1910 an Dr. jur. Gotthard Graf vd Recke von Volmerstein; Neu Sammit hat da nur 10 Pferde und 14 Kühe. Der Graf errichtet eine heute wie das Haus denkmalgeschützte Liegehalle und verkauft um 1925 an den Kaffeebaron Hans Adolf Friedrich Giesemann aus Tapachula, Chiapas, Mexiko. Nach dem Krieg wird das Haus Tuberkuloseheilstätte, heute soll es Altersheim des ASB sein.

Lit. u. a.:

Wolf Lüdeke v Weltzien: Familien aus Mecklenburg und Vorpommern, 3 Bde, Nagold 1989ff.;
Schiefer, Cornelssen: Die Wooster Heide..., 2. Aufl. 2004;
www.nadir.org/nadir/archiv/Internationalismus/Mexico/habenichtse/habenichtse.pdf

Neu Sammit ist Bestandteil des Wochenkalenders 2013


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