Saatel war im 14. Jahrhundert ein Rittergut, das nachweislich bis 1732 zu den Divitzer Gütern gehörte. 1374 wird der Ort Saatel beim Verkauf des Nachbardorfes Löbnitz an den Ritter Vitzen urkundlich erwähnt. In den folgenden 150 Jahren wechselten die Eigentümer häufiger. Im 19. Jahrhundert befand sich das Gut im Besitz der Familie Holtz. Aus dieser Familie stammt der Physiker Wilhelm Holtz, geb. 15.10.1836 in Saatel, gest. 27.09.1913 in Greifswald. Wilhelm Holtz studierte von 1857 bis 1862 Physik an den Universitäten in Berlin, Dijon und Edinburgh. Von 1884 bis 1910 arbeitete Holtz als Professor für Physik an der Greifswalder Universität und befasste sich besonders mit der Theorie der Blitzgefahr und der Blitzableiter. 1869 wurde ihm von der Universität in Halle der Ehrendoktor verliehen. Er wurde 1906 zum Geheimen Regierungsrat ernannt und schrieb zahlreiche Abhandlungen über physikalische Apparate. Im Jahr 1875 gelangte das Gut in das Eigentum der Familie Brookmann, die es weiterhin als Rittergut führten. Nach dem Tode des Herrn Brookmann verkauften die Erben den Besitz 1930 an die Ostmarkgesellschaft Paul Hoffmann aus Berlin-Dahlem. In den folgenden Jahren wurde das zu dieser Zeit 704 ha große Rittergut aufgesiedelt, es entstanden 42 Bauernstellen. 1960 wurde das Gut in eine landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft überführt. Das Gutshaus wurde vom Landesamt für Denkmalpflege als besonders durch Verfall gefährdet eingestuft. Es befindet sich in Privatbesitz, steht seit Jahren leer und verfällt. Der jetzt weit über 80-jährige Eigentümer lebt bei Bonn und kann sich zu einem Verkauf des Hauses nicht entschließen.
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