Rieth ist ein altes Rittergut. Der erste Besitzer war die Familie von Böcker, welche aus Mecklenburg zugewandert waren. Anfang des 14. Jh. erwarb die Familie einen umfangreichen Lehnsbesitz an der Haffküste, zu dem Rieth, Vogelsang, Warsin, Bellin, Luckow, Mönkeberg, Albrechtshof und später auch Lebehn und Nadrense gehörten. 1630, während des 30jährigen Krieges, nahm der Besitz großen Schaden und die Familie mußte Rieth an einen finanzkräftigen Offizier der königlich schwedischen Armee verkaufen. Aus Schweden kam Major Hinrich Anderson nach Rieth. Er erhielt für militärische Verdienste einen schwedischen Adelstitel und ließ sich nach seinem Besitzerwerb in "von Riethfeld" umbenennen. Nach dem Tod des Majors, seines Sohnes und seiner Witwe gelangte das Gut wieder an die Erstbesitzer. 1791 kam das Gut durch testamentarische Verfügung an den Kammerherrn von Brockhausen. Aus Westfalen zogen nach 1800 die von Bülows her, die bis 1872 das Rittergut in drei Generationen führten. 1841 übernahm Christian von Bülow das Gut. Er ließ das Herrenhaus als Ziegelfachwerkbau über zwei Etagen neu erbauen. 1872 veräußerte Hermann Georg von Bülow das Rittergut für 345000 Taler an die jüdischen Kaufleute Samuel und Louis Jaffe aus Posen. Von diesen kaufte der preußische Staat Rieth auf. Aus dem Gut wurde bis 1945 eine staatliche Oberförsterei. Im Gutshaus hatte das Forstamt seinen Sitz. Die heutigen Besitzer stammen aus Bayern. 1995 kaufte Familie Weber das Gutshaus vom Freistaat Sachsen. Derzeit erfolgt die Restaurierung. Nebenbei wird das Gutshaus als Akademie, Stiftungswerk und Schullandheim sowie durch Universitätskursangebote und Kunstausstellungen genutzt.
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