Die Ursprünge der Domäne Ferdinandshof gehen bis zum Anfang des 18. Jh. zurück. Der Generalpächter der königlichen Ämter Ueckermünde und Torgelow, Cristoph Ludwig Henrici, ließ das unwirtliche Zarow-Gebiet kultivieren, Menschen aus Mecklenburg, der Pfalz und Schwedisch-Pommern umsiedeln und für sie Kolonistendörfer errichten. Im Zentrum der Urbarmachung und Besiedlung entstand ein größerer Amtshof, der vom preußischen König den Namen Ferdinandshof erhielt und in dessen Umfeld sich wenige Jahre später das Dorf Ferdinandshof entwickelte. Der Amtshof wurde zwischen 1734 und 1738 nach architektonischen Plänen des Kriegs- und Domänenrats Dammes erbaut. Wie andere preußische Amtshöfe und Amtsvorwerke der Zeit war auch Ferdinandshof nicht nur wirtschaftlicher Mittelpunkt der Umgebung, sondern ebenso Zentrum der Staatsgewalt im eingerichteten Amt Königsholland. Der Amtshof war ursprünglich eine lang gestreckte, rechteckige Anlage und bestand aus einem Wirtschaftshof und einem Gartenteil. Den Wirtschaftshof schlossen zwei zweigeschossige Kopfbauten (Pferdestall mit Schnittboden und Molkenhaus) ab, die beiden Seitenabschlüsse bildeten mehrere Wirtschaftsgebäude. Am Fußteil stand mittig das Amtshaus, es wurde flankiert von zwei weiteren größeren Gebäuden, dem Brau- und Branntweinhaus sowie einem Kornmagazin. Als 1818 der Kreis Ueckermünde gebildet wurde, verlor wenig später die Amtsverwaltung Königsholland ihre Bedeutung. Aus dem Amtshof wurde eine rein wirtschaftliche Einrichtung. In der Mitte des 19. Jh. übernahm das Preußische Kriegsministerium die Domäne und richtete ein Remontedepot (ab 1932 Remonteamt) ein. Bis 1945 wurden hier aus Brandenburg, Pommern, Mecklenburg oder Schlesien eingekaufte dreijährige Pferde, innerhalb eines Jahres, zu Dienstzwecken für die Kavallerie- und Feldartillerietruppen ausgebildet. Nach 1990 lag die Verantwortung für die denkmalgeschützte Anlage bei der Gemeinde. Umfangreiche Aufräumungsarbeiten wurden inzwischen geleistet. Das Speichergebäude neben dem Gutshaus ist abgebrannt. Die Freiwillige Feuerwehr, der Jugendclub und die Volkssolidarität nutzen die ehemaligen Stall- bzw. Scheunengebäude. Der "lange Stall" hat einen Investor für zukünftige Mietwohnungen und betreutes Wohnen gefunden. Still und ruhig ist es dagegen um das alte Herrenhaus geworden. Das Objekt ist verwohnt, baufällig und steht seit einigen Jahren leer.
|