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Hof Retzow

Hof Retzow wird 1700 als landesherrliche Domäne aufgeführt. Sie umfasst v. a. die Flur des vor 1448 verschwundenen Dorfes Görgelin, Größe im Jahr 1868: 1.247 Scheffel Einsaat (se); im Jahr 1896: 1.129 se=422 ha; im Jahr 1917 1.042 se, 389 ha; fällt 1922 aus der Pacht.




Ein Teil des Landes geht an Neusiedler, teils Deutsche aus Posen, in Barackendorf (ursprünglich Baracken für Weltkriegsgefangene) westlich von Hof Retzow. 153,5 ha und das Pächterhaus kauft Jochen Hornung. Ein weiterer großer Besitz geht an einen Herrn Koch, der sich eine neue Villa am Ostende des Hofes baut. Hornung will 1945 seine Frau vor einem betrunkenen Russen verteidigen, wird angeschossen, stirbt im Krankenhaus, seine Frau bleibt noch Jahre in Hof Retzow. Auf dem enteigneten Besitz siedeln 16 Neubauern. Das bewohnte Pächterhaus ist erbaut 1896, wurde am 21.12.1946 durch einen Brand erheblich beschädigt, dann umfassend renoviert. Ein Teil des Hauses wurde von den Sowjets als Kasino genutzt. Ein Stallgebäude, jetzt Garage, dürfte wesentlich älter sein.- Die Kochsche Villa, renoviert und gepflegt, gehört Nachkommen des Erbauers. Hufe Nr. 2, später "Krim" genannt, Einzelhof westlich Hof Retzow an der alten Fernhandelsstraße Lübeck-Berlin, 1788 auf v. Schmettaus Karte noch nicht verzeichnet. Seit spätestens 1831 in Erbpacht, 1841 Erbpächter Abraham, bis heute Eigentum seiner Nachfahren, hatte wie heute, so schon nach dem 1878 erneuerten Erbpachtvertrag 83 ha, für die 1878 als "Canon" 4 % von 8.000 Mark der Domänenkammer zu zahlen waren; wurde, weil unter 100 ha, in der Bodenreform nicht enteignet, der Eigentümer, weil er Lohnarbeiter beschäftigte, als Ausbeuter diffamiert, aber zum Gemeindevertreter gewählt. Die Scheune trägt das Datum 1857 (Krimkrieg: 1854-6), das Haus, gemauert, kein Fachwerkbau, mag auch aus dieser Zeit stammen, auf seinem Dachboden fand sich aber ein auf die 1740er Jahre datierter Ziegel.

Literatur: Chronik der Gemeinde Retzow 1448-1998. Hrsg. v. d. Gemeinde. Selbstverlag.


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