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Ein Gutshaus für eine ganze Gruppe!

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Die Gutshäuser- und Schlösserkalender 2018!

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Burg, Amts- und Bauhof Goldberg

Goldberg, gegründet 1248 von Fürst Pribislaw, kam 1316 an des Gründers Urgroßneffen Johann; der baute sich auf einem Hügel am östlichen Stadtrand eine Burg, Vorläufer des heutigen Amtshauses.




Johanns Linie erlosch 59 Jahre später, die Burg wurde Sitz eines Vogts, dann des Amtsmanns, der ("Abschied" von 1570) über Streit und Missetaten vor den Schlagbäumen der Stadt und über Berufungen gegen Urteile des Stadtgerichts entschied und die Staatsgüter seines Amts verwaltete, in Goldberg sämtlich Hausgüter, deren Einkünfte in den persönlichen Haushalt des Landesherrn flossen. Er pachtete seine Stelle; das rechnete sich etwa wie 1747/8 im Amt Plau (in Talern): Einnahmen des Amts 5684 (Hauptposten Pachtgelder: 2024 für die Domanialhöfe Bauhof, Malchow, Reppentin, Ganzlin, Dammerow, 1012 für zwei Mühlen, 480 für Fischerei in drei Seen; 1024 Hofgelder der Dörfer; 350 Mast, Jagd, Zölle, Schleusengeld); Ausgaben 1097 (Hauptposten: Sold der Beamten, Förster 360, der Geistlichen, Lehrer, Musiker 111, Contribution 278, Gebäudereparaturen 200), Überschuß 4587, davon ab Pacht des Amtsmanns 4400, blieben ihm also 187. (Das Amt Plau wurde 1809 dem Amt Goldberg angeschlossen.) Es gab ständig Konflikte um Kompetenzen zwischen Stadt und Amt, u.a. um Weide- und Fischereirechte und den Weg über Amtsgelände, den das Amt den Bürgern versperrte, am schlimmsten 1768-70 mit Amtsmann Buchholz, der u.a. die "Schlaggelder", Jahrmarktsgebühren der Stadt, beanspruchte; es gab wüste Schlägereien, der Herzog verwies B. "ernstlich Deinen Unfug, auch Dein ganzes Benehmen bei der Sache" und entzog dem Amt die Rechtsprechung in Sachen der Stadtbürger und über die Berufung gegen Stadtgerichtsurteile. Zum Amt gehörte ein Bauhof (verpachtet einer Witwe Voß, erwähnt 1802,1824) mit dem Mühlengehöft mit Wassermühle, Vieh, Felder und Fischerei. Die Höfe im Amt waren fast alle zur Wassermühle mahlzwangspflichtig; damit sie genug Wasser bekam, wurde der großenteils dem Amt gehörende See auf hohem Stand gehalten. Das führte oft zu Überflutungen und Streit. 1823 ersetzte aber eine Bockwindmühle die Wassermühle, 1849/50 wurde der Seespiegel gesenkt. Um die Konflikte mit dem Amt einzuschränken, wollte die Stadt schon 1770 den Bauhof in Erbpacht übernehmen (de facto kaufen), bekam das Mühlengehöft und seine 13.990 Quadratruten (gut 30 ha) Land aber erst 1838 für 6100 Taler und verpachtete sie erneut; der Pächter wurde verpflichtet, noch eine Holländer-Mühle zu bauen. Zur Stadtflur kam das alles aber erst 1877 durch Vertrag mit der großherzoglichen Kammer; damit wurden die Bewohner Goldberger Bürger. Bald darauf verkaufte die Stadt Mühlengehöft, Holländer- und Bockmühle für zusammen 33.460 Mark = 11.153 Taler und verpachtete den Rest des Bauhoflands für 1300 Mark jährlich. 1879 wurde das Amt aufgelöst, seine Aufgaben wurden auf die Ämter Güstrow, Crivitz und Lübz verteilt. Das Amtsgebäude wurde für das Amtsgericht, nach 1945 von der Roten Armee, dann von der Stadt genutzt.

Bis 1792 war das Gebäude fast eine richtige Burg, innerhalb von zwei Wassergräben, zugänglich nur von O, vom Amtshof her, über eine Zugbrücke, an welcher der Amtmann Gericht hielt. Der Amtshof war mit zwei Toren abgeschlossen, am Hof lagen u.a. noch "die Amtspförtnerei mit Garten, die Dienstländereien des ersten Beamten, der Hengstenstall", wohl auch ein Fischerhaus. Zur Stadt hin lag ein großer Amtsgarten. Das Amtshaus selbst hatte die Form eines zum Amtsgarten hin offenen U. Der Südflügel, zur Amtsstraße hin, war die Registratur, nach O, zum Amtshof hin lag das Wohngebäude, nach N "Küche, Leute- und Wirtschaftslocal". Amtshauptmann Lühe ließ 1792 die Gräben zuwerfen, gegenüber dem alten Wohngebäude ein neues in Steinfachwerk bauen und das alte abreißen [abgebildet bei Duge, S. 177]; 1842 wurde auch das Wirtschaftsgebäude beseitigt, 1867 ein Turm im Winkel zwischen Wohngebäude und Registratur errichtet. Damit hatte das Gebäude seine heutige L-Form. Das Wohngebäude von 1792 ist von W, vom früheren Amtsgarten her noch vorzeigbar [GbW, TurmW], ebenso der Südflügel (der älteste Teil, beim Turmbau verändert) von S her [GbTurmS, GbTurmW]; umso schlimmer sieht das nach der Kirche zweitälteste Gebäude der Stadt aber von O, vom Amtshof her aus [GbO1, GbO2]. - Das Mühlengehöft ist heute das Heimatmuseum.

Literatur:

  • G. Duge, Urkundliche Nachrichten über Goldberg und Umgebung (1883), S. 98 f., 146 ff., 164 ff., 174 ff., 221 ff., 322 f., Urkundenteil S.128 ff., 189 ff.;
  • Ruchhöft, F.: Goldberg im Mittelalter, in: Festschrift z. Jubiläum d. Stadt Goldberg 1248-1998, S. 10 ff.;
  • Hentschel, H., Zur Besiedlung der Goldberger Flur, ebenda S.9, Stadtplan von 1728, ebenda S.18.

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