Sie sind hier: Home > Schlösser > Grambow

English Website

English Website

Schloss oder Gutshaus

Schloss oder Gutshaus

Für alle, die enttäuscht sind, ihr "Schloss" nicht unter den Schlössern zu finden, sondern unter Guts- & Herrenhäusern, haben wir hier die Erklärung.

Schloss oder Gutshaus


Reisen

Reisen

Reisen


Schloss Wiligrad im Kalender 2019

Schloss Wiligrad im Kalender 2019

Infos & Bestellung


Schloss Grambow

Um 1840/45 wurde für die Familie Jacobson nach den Entwürfen des Landbaumeisters Carl Adolph Hermes ein großer, 15 Fensterachsen breiter zweieinhalbgeschossiger Wohnbau oberhalb eines Parks errichtet.




Sein heutiges Aussehen erhielt das Herrenhaus durch einen Umbau, der 1906/08 nach den Plänen des Hofbaurats Liss für den Großherzog Friedrich Franz IV. erfolgte. In den Park gelangte man nun durch eine rundbogige Tür zu ebener Erde. Der hofseitige Mittelrisalit erhielt einen Altan. Das flache Dach wurde zu einem hohen abgewalmten Mansardendach umgebaut.


Geschichte des Gutes Grambow

Nach der Gründung der Grafschaft Schwerin im Jahr 1161 setzten die Grafen von Schwerin ihre Gefolgsleute, die von Brüsewitz (auch Brusewitz, Brysewitz) ein, um das Grambower Umland zu verwalten und zu besiedeln.

Den von Brüsewitz folgte als Lehnsherr 1357 der Hofmarschall und Burgmann Henning von Halberstadt (Mecklenburgischer Uradel) und ebenfalls in Diensten der Grafen von Schwerin stehend. Ab 1590 bis 1610 erwarben die von Lepel nach und nach Anteile am Gut Grambow. Adam von Lepel wohnte seit seiner Hochzeit 1596 mit Ilsabe von Pressentin auf Grambow. Nachdem er 1610 den Lehnsbrief erhielt, wurde er in die mecklenburgische Ritterschaft aufgenommen. Wirtschaftlich stand es bei den Lepels wohl nicht zum Besten, denn ab 1697 gelangten nach und nach Anteile am Gut in andere Hände und in Pfandbesitz. Heinrich Kauffeldt, ein Glasermeister aus Hamburg, übernahm die Grambower Glashütte. Andere Anteile am Gut hatten die Familien von Pressentin, von Plessen und von Zülow inne. Ein Teil des Gutes gehörte als Pfand Mathias Nicolaus Thomsen. Zwischen diesen vier Parteien entspann sich ein heftiger und langjähriger Rechtsstreit um das Gut, der erst beigelegt wurde, als Joachim Otto Friedrich von Lepel seine letzten Rechte an Grambow 1766 Nicolaus Thomsen übertrug. Die Ära der Familie Thomsen in Grambow endete mit Hans Friedrich Thomsen, Erbherr auf Grambow seit 1783, der die Grambower Ländereien gegen die des Gutes Clausdorff bei Waren tauschte.

1803 erwarb Heinrich Andreas Flügge das Gut. Er ließ 1806 eine Ziegelei anlegen und richtete ein Jahr darauf die Glashütte wieder ein. Nach seinem Tode ging das Gut in Konkurs und der Großherzoglich Mecklenburg-Schwerinsche Geheime Finanzrat Israel Jacobsen ersteigerte das Gut. Er ließ bis 1845 durch den Schweriner Landbaumeister Carl Adolph Hermes unter Einbeziehung von Bauteilen des älteren Gebäudes einen 15 Fensterachsen breiten und zweieinhalbgeschossiger Wohnbau oberhalb des Parks errichten. Eine einläufige Treppe führte vom ersten Obergeschoss seitlich in den Park. Auffällig war der quadratische, pavillonartige Aufbau in der Mitte des flachen Daches. Gleichzeitig wurden auch die Wirtschaftsgebäude der Gutsanlage erneuert.

Nach dem Tode Israel Jacobsens erbte sein Sohn, ein Berliner Bankier, das Gut. Er übergab es wiederum 1846 an seinen Sohn Gottlieb, der zu dieser Zeit bereits in Grambow lebte und wirtschaftete. Doch 1856 fasste er neue Pläne und ging nach London. Das Gut verkaufte er an den Pächter Carl August Diestel. Seine Frau und Erbin veräußerte Grambow 1906 an das Großherzogliche Finanzministerium; damit wurde das Gut eine Domäne.

Friedrich Franz IV. Großherzog von Mecklenburg-Schwerin, fand Gefallen an Grambow und ließ durch den Hofbaurat Liss bis 1908 das Herrenhaus umbauen.

In den letzten Kriegsjahren des Zweiten Weltkrieges befand sich im Schloss mit dem Reichskriminalpolizeiamt eine Außenstelle des Reichssicherheitshauptamtes.

Nach Beendigung des Zweiten Weltkrieges wurde das Gut volkseigen. In das Schloss zog erst die Parteischule der NDPD (National-Demokratische Partei Deutschlands) ein und ab 1956 der DDR-Jugendverband FDJ (Freie Deutsche Jugend), die hier ihre SED-nahen Kader ausbildete.

Nach der politischen Wende und den damit einhergehenden neuen wirtschaftlichen Möglichkeiten erwarb die Familie Lösch 1993 von der Treuhandanstalt 380 ha landwirtschaftlicher Fläche und 180 Milchkühe des Gutes.

1998 gründeten sie hier die Jagdschule Gut Grambow.

Zur Unternehmensgruppe Gut Grambow gehören heute rund 4.400 ha land- und forstwirtschaftliche Flächen, die Bioenergie Gut Grambow GmbH und die Gut Grambow Fieldsports GmbH.

Der historische Gutshof beherbergt die Jagdschule, das naturkundliche Museum des Fördervereins Grambower Moor e.V., das Schießzentrum mit dem Gut Grambow Fieldsports Geschäft und der Büchsenmachermeisterwerkstatt.

31 gemütliche Gästezimmer sowie das Hofrestaurant Schmiede 16 runden das Angebot ab.

Weitere Informationen und Bilder vom Gut Grambow finden Sie hier.


Besitzverhältnisse vor 1945:

nach 1161 - 1357

Familie von Brüsewitz (auch Brusewitz, Brysewitz)

1357

Hofmarschall und Burgmann Henning von Halberstadt

1610 - 1766

Familie von Lepel
ab 1697 hatten Heinrich Kauffeldt, die Familien von Pressentin, von Plessen, von Zülow und Mathias Nicolaus Thomsen (als Pfand) Anteile

1766 - 1803

Mathias Nicolaus Thomsen
ab 1783 Hans Friedrich Thomsen

1803 - 1817

1803 Heinrich Andreas Flügge

1817 - 1856

Großherzoglich Mecklenburg-Schwerinscher Geheimer Finanzrat Israel Jacobsen
1846 Gottlieb Jacobsen

1856-1906

Domänenrat Karl Alfred Diestel

1906-1938

Großherzogliches Finanzministerium
Friedrich Franz IV. Großherzog von Mecklenburg-Schwerin

Grambow ist Bestandteil des Wochenkalenders 2009

Grambow finden Sie in der "Fotografischen Zeitreise Mecklenburg" Band 3


Schlagworte: