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Familie von Ketel

 

Zitat aus: www.bookcollection.de/Familiev.Ketel.htm von Ingrid Hesse-Werner:

Früher befand sich nordwestlich von Putbus die Ortschaft Zwente. Dieser Ort wurde, wie aus alten Steuerregistern hervorgeht, gegen Ende des 14. Jahrhunderts in Ketelshagen umbenannt. Das war zu dem Zeitpunkt, als die Familie Ketel auf Rügen siedelte. Vorher hatte sie auf der Insel Langeneß Station gemacht. Dort zeugt noch heute die Ketelswarf davon, dass die Familie über einige Generationen hier lebte. Ursprünglich war sie in den Niederlanden beheimatet. Der Name „Ketel“ und „van Ketel“ war damals und ist auch heute noch so stark vertreten, wie bei uns die Familiennamen „Schmidt“ oder „Schulz“. Auf Rügen wurden die Ketels urkundlich allerdings erst 1451 erwähnt, als Berthold und Curth v.K. die Hälfte von Ketelshagen auf Veranlassung des Pommerschen Herzog „Warthislaws IX“ an einen Berndt v. Buggenhagen, nachweislich dem Sohn des Degner v. Buggenhagen, verkauften.

Wappen der Familie von Ketel

Die nächste urkundliche Eintragung erfolgte dann 1505 nach Bertholds Tod, als dessen Söhne Hennig, Berthold, Heinrich und Antonius mit der restlichen Hälfte von Ketelshagen belehnt wurden. Aber nur der jüngste, Antonius, blieb auf dem Gut und wurde als Besitzer von 1535 – 1570 genannt. Sein ältester Sohn, Jürgen, verließ zunächst die Insel, studierte und wurde später Bürgermeister von Stralsund, wo noch heute sein Bild im Rathaus hängt, übrigens neben allen anderen Bürgermeistern dieser Zeit. Hier lebte er bis etwa 1580, verkaufte seine Pächte in Milzow und kehrte dann nach Ketelshagen zurück, um die Bewirtschaftung zu übernehmen. Als er verstarb, hinterließ er 4 Söhne, von denen 3 noch unmündig waren. Trotz ihrer Jugend belehnte Herzog Philipp Julius auf ihren Antrag hin die Enkel des Tönnies zu gleichen Teilen mit dem halben Ketelshagen, wie es wörtlich in der Lehensurkunde heißt. Doch schon einige Jahre später, im Jahre 1608 gab er ihnen die Lehensbestätigung auch für die andere Hälfte, in der geschrieben steht: „Von dieser Zeit an besitzen die von Ketel das ganze Gut! Drei Söhne verließen Ketelshagen, nur Claus blieb daheim und bewirtschaftete es bis zu Beginn des 30-jährigen Krieges. Als es dann mit den ersten Völkerstreitigkeiten zum dauernden Wechsel der Besatzer kam, zogen Not und Elend, Raub und Mord über die Insel. Repressalien waren an der Tagesordnung und die Bewohner verließen ängstlich die Insel, so auch die Familie Ketel. Lange mussten sie auf dem Festland ausharren und erst 50 Jahre später war es ihnen möglich auf ihre Besitzungen zurückzukehren. Da Claus inzwischen verstorben war, übernahm ein Rittmeister Philipp Gutzlaff v.K., ein Urenkel des Tönnies, das Gut und versuchte den Betrieb unter schwierigen Verhältnissen aufrecht zu erhalten. Leider blieb seine Ehe kinderlos und zum ersten Mal schien die Nachfolgefrage des Gutes in Frage gestellt. Da meldete sich Anno 1723 plötzlich ein gewisser Corfitz von Ketel, auch ein Nachkomme des Tönnies (1505-1570), der gerade als Major aus einem Husumer Reiterregiment wegen seinen nicht ausgeheilten Kriegsverletzungen entlassen worden war. Doch noch im gleichen Jahr verstarb er daran und ließ einen minderjährigen Sohn, den Ewert Ulrich v. K., zurück. Der wurde sofort durch gerichtlichen Beschluß unter Vormundschaft der beiden Baltzer Ulrich von Platen und Martin, Adam von Krassow gestellt. Außerdem mußte das Gut über einige Jahre an den Schwager, Captain Henning, Michael Tabell verpfändet werden, da dieser zum Erhalt des Gutes viel Geld aufwendete und es irgendwie abgesichert haben wollte. Es kam noch schlimmer: Da in diesem Moment kein weiterer volljähriger männlicher Spross der Familie auf dem Gute weilte, entzog der König von Schweden dem Ewert Ulrich das Lehen von Ketelshagen und übereignete es sofort dem Hause Putbus, wohl auf dessen Begehr hin. Selbst als Ewert nach militärischer Ausbildung aufs Gut zurückkehrte und das Lehen mehrmals beantragte, erhielt er es nicht zurück. Nicht anders erging es dessen am 22. Juni 1741 geborenen Sohn Bogislav. Auch der stellte, nachdem er Besitzer des Gutes war, mehrere Anträge und leistete auch mehrmals, wie aus den Unterlagen hervorging, den Treueeid auf den König, Aber auch er erhielt das Lehen für Ketelshagen nie zurück. Natürlich bestand das Haus Putbus schon bald mit Nachdruck darauf, Ketelshagen zu erwerben. Das Lehen für einige Anteile des Gutes, die einst einem v. Ketel, der auf dem Gut Salchow lebte, durch Erbe zugefallen waren, hatte Putbus sich 1756 rechtzeitig durch Kauf sichern können, kurz bevor der damals schon bejahrte Salchower noch im gleichen Jahr verstarb. Um diese Zeit starb auch Bogislavs erste Ehefrau Clara, die er schon 1767 geheiratet hatte und die ihm den Sohn Wilhelm hinterließ. So kam es im April 1789 zum Verkauf des Gutes an das Haus Putbus, das ihm dafür 14.000,00 Reichsthaler zahlte. Der Sohn verließ das Gut und setzte seine militärische Ausbildung fort. Über seinen weiteren Lebensweg war nicht mehr viel zu erfahren, nur soviel, dass er um die Wende zum 19. Jahrhundert in Landsberg stationiert war und dort als Leutnant im Dragonerregiment von Generalleutnant v. Katte gedient hatte. Inzwischen verheiratet, nannte er vier Töchter sein Eigen, von denen eine erfreulicherweise meine Urgroßmutter war. Nachdem Bogislav v,K. sein Gut vertragsgemäß, jedoch widerwillig mit allem Inventar, seinen drei Bauernhöfen und der noch gut funktionierenden Ziegelei an das Haus Putbus übergeben hatte, ging er auf’s Festland. Die ihm von Putbus gebotene Chance, einige tausend Taler auf dem Gut stehen und grundbuchlich absichern zu lassen, nahm er natürlich nicht wahr.

Anno 1792, am 24. August, heiratete er die Alleinbesitzerin der Müggenburg bei Anklam, Melusine von Eickstedt, und erhielt 1794 die Burg als Mitgift übertragen und lebte fortan mit ihr abwechselnd auf den damals zur Burg gehörenden Besitzungen Panschow und Teterin. Am 16. Mai 1804 verstarb Bogislav an der Wassersucht bei akuter Herzschwäsche - so jedenfalls hat es die Chronik überliefert - und wurde im v. Eickstedtschen Chor in der Teteriner Kirche begraben. Leider existiert die Gruft heute nicht mehr. Die Müggenburg selbst war nach zahlreichen Kriegshandlungen der Vorbesitzer zu diesem Zeitpunkt noch sehr stark beschädigt, so dass es immer noch nicht möglich war, sie zu bewohnen.

Güter:

Ketelshagen


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