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Schmarsow bei Demmin

 
Schmarsow
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Lage

Das Herrenhaus steht dominierend inmitten der Einfamilienhausbebauung des Dorfes. Es ist eine überaus solide gebaute 3-Flügelanlage, die 1698/98 von Joachim von Parsenow auf weitaus älteren Fundamenten errichtet wurde. Der 2001 in den Kellergewölben wieder geöffnete Brunnen stammt aus der Zeit vor dem Bau des jetzigen Gebäudes und zeugt von Bautätigkeit weit vor dieser Zeit. Das Gebäude weist Elemente der Renaissance und des Barocks auf. Im Zuge der Sanierungsarbeiten im Jahr 2001 wurden Wandmalereien, Dielen- und Terracottafußböden sowie Wandbespannungen aufgefunden. Die Familie von Moltzan besaß seit 1325 die Ostener Güter, zu denen Schmarsow gehörte. Die Lehensrechte an den Ostener Gütern, die sich im Besitz von Tugendreich von Eickstedt, Urenkelin Achim von Moltzan's, gehörten, wurden von ihrem Gatten, Achim von Maltzahn, erst nach ihrem Tod im Jahr 1681 verkauft. Eine Vorfahrin des jetzigen Eigentümers, Edith von Borch, geb. von Eickstedt stammt aus der Familie von Tugendreich von Eickstedt.

Für den Bau des Schlosses sollen Ziegel der Burg Osten verwendet worden sein. Die Burg Osten wurde Ende des 12., Anfang des 13. Jahrhunderts als Wasserburg an der seinerzeit schiffbaren Tollense, u.a. zur Erzielung von Zolleinnahmen, von der Familie von Moltzan errichtet. Die Zerstörung der nahe gelegenen Burg Osten fällt mit der Entstehung des jetzigen Schlossgebäudes von Schmarsow zusammen. Die hölzerne Treppenanlage in der Eingangshalle des Schlosses ist eine der ältesten in Mecklenburg-Vorpommern. Das Gebäude steht als Einzeldenkmal unter Schutz. Die Unterschutzstellung erfolgte bereits nach DDR-Gesetzgebung.

Das Schlossgebäude wurde im März 2000 auf einem Grundstück von 3400 qm von den jetzigen Eigentümern, Andrea Ruiken und Dr. Falk Fabich, erworben. Die denkmalgerechten und umfangreichen Sanierungsarbeiten wurden durch die Deutschen Stiftung Denkmalschutz, dem Landesamt für Denkmalpflege MV und dem Landkreis Demmin unterstützt.

Das Dorf

Einst prägte eine Reihe von Teichen, die sich durch Eisablagerungen in der letzten Eiszeit gebildet haben, den Ortskern von Schmarsow. Auf alten Flurkarten wurden 7 Teiche, teilweise von beachtlicher Größe, auch im Dorfkern gezählt. Einer der ehemaligen Teiche am Westflügel konnte bereits wieder hergestellt werden. Um 1950 wurde die Durchgangsstraße durch den ehemaligen Gutshof geführt und hat die geschlossene Anlage zerstört. Unterstützt durch das Landwirtschaftsministerium MV wurde nach viel Überzeugungsarbeit die Straßenumlegung auf die alte Trasse um den Gutshof herum umgesetzt. Die feierliche Eröffnung erfolgte im Sommer 2006 durch Landwirtschaftsminsiter Dr. Till Backhaus. Um die Umgebung mit beeinflussen zu können und der früheren Stellung des Gebäudes gerecht zu werden, wurden und werden im Dorf verschiedene, zum Kauf angebotene Grundstücke von den Schlossbesitzern erworben. Von den inzwischen ca. 4 ha Land wurde ein Teil an den neu entstandenen Pferdehof Schmarsow verpachtet, der sich zu einer Attraktion für die Urlaubsgäste entwickelt hat. Im Verwalterhaus und im Gärtnerhaus entstehen weitere Ferienwohnungen.

Nutzungskonzept und Perspektive

Zur Erzielung eines wirtschaftlichen Konzeptes wurden unterschiedliche, untereinander verträgliche Nutzungen mit separaten Zugängen für das Gebäude vorgesehen:

Im Souterrain entstanden bzw. entstehen Räume für geschlossene Veranstaltungen, eine Fahrradstation sowie Heizraum und Lagerfächen. Die jeweils ca. 35 qm großen Räume verfügen über mittig angeordnete Fenster, die in der Süd- und Ostfassade trotz der geringen Größe zu einer schöne Belichtung führen. Attraktion der Räume sind die vollkommen erhaltenen Kreuzgewölbe und der Brunnen im Inneren des Hauses.

Im Erdgeschoss befindet sich die Eingangshalle mit offenem Kamin als Treff- und Mittelpunkt des Hauses. Zwei Ferienwohnungen sind im Westflügel untergebracht. Die Schlossküche wurde zur Durchführung von Kochkursen eingerichtet; Büro- und Gesellschaftsräume schließen sich an. Seit Frühjahr 2008 werden dauerhaft an einem Samstag im Monat Kochkurse angeboten. Da die Kurse in das Programm von kochlust-berlin.de aufgenommen wurde, sind sie recht bald nach Erscheinen ausgebucht.

Im Obergeschoss liegen zwei weitere Ferienwohnungen, der Festsaal, "Eickstedtsaal", von über 100 qm mit Nebenräumen und eine Wohnung zur Nutzung durch die Eigentümer. Die Ferienwohnungen wurden hinsichtlich der Möblierung, Raumausstattung und Ausmalung unterschiedlich gestaltet und jeder Einheit ein unverwechselbares Gepräge gegeben.

Der Eickstedtsaal ist für Musikveranstaltungen und als Proberaum bzw. Atelier für Künstler vorgesehen. Dort haben bereits mehrfach Konzerte statt gefunden. Besonderen Zuspruch bekamen die Darbietungen von Fau Ji-Yeun You auf dem historischen Flügel (Baujahr vor 1850) mit Werken des aus Schmarsow stammenden Komponisten Charles Voss.

Für die Bewirtschaftung und den Betrieb dieser Einrichtung sind feste Arbeitsplätze entstanden. Durch das vorliegende Nutzungskonzept wurde aus dem dem Verfall preisgegebenen Gebäude wieder strahlender Mittelpunkt des Dorfes und der näheren Umgebung und zugleich ein Hoffnungszeichen dieser Region.

www.schloss-schmarsow.de

Schmarsow ist Bestandteil des Wochenkalenders 2009


Gutshäuser, Schlösser
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