Die ehemaligen Bauerndörfer Rakow und Tessmannsdorf wurden im Jahre 1238 bzw. 1249 erstmals urkundlich erwähnt. Beide Dörfer befanden sich - zusammen mit Buschmühlen - über dreihundert Jahre lang im Besitz der Familie v. der Lühe, bis 1782 als neuer Besitzer Baron v. Sell genannt wird. Dieser ließ das einstöckige Gutshaus errichten und einen Park sowie einen Obst- und Gemüsegarten anlegen. Er verkaufte seinen Besitz jedoch bereits 1791 an den Hamburger Kaufmann Johann Bernhard Paschen. Nur fünf Jahre später erwarb Friedrich Johann Peter v. Restorff Buschmühlen mit Drüschow und Horst sowie Rakow mit Tessmannsdorf, das er von nun an als seinen Stammsitz betrachtete. In Rakow wurden fünf seiner sechs Kinder geboren. 1806 verkaufte er Buschmühlen, Drüschow und Horst und erwarb dafür die bei Satow gelegenen Güter Rosenhagen und Radegast. Nach seinem Tod im Jahre 1814 übernahm seine Witwe Carolina Christiana v. Restorff, geborene Freiin v. Stenglin aus Hamburg (gestorben 1849), die Leitung der drei Güter, bis 1833 ihr ältester Sohn Heinrich Rosenhagen übernahm und kurz darauf der zweite Sohn Adolf das Gut Radegast. Als Rakower Erbe war der jüngste Sohn Titus vorgesehen, der aber vor seiner Mutter starb.
Im Jahre 1856 wurde das Rakower Gutshaus aufgestockt und mit neugotischen Stilelementen versehen. Über dem Eingang wurde das Einhorn mit der Jahreszahl der Renovierung angebracht und darunter der Spruch: "Herr schenke diesem Hause deinen Frieden." Von 1864 bis 1910 war Titus' ältester Sohn Otto v. Restorff Besitzer von Rakow und Tessmannsdorf. Ottos Erbe war sein Neffe Eberhard v. Restorff, der zwischen 1911 und 1913 zahlreiche Neubauten in Rakow erstellen ließ und das Gut bis zu seinem Tode im Jahre 1938 zusammen mit dem von ihm ausgebildeten Inspektor Karl Saß bewirtschaftete. Dieser blieb in Rakow bis zum 2. Mai 1945. Mitte 1939 übernahm Eberhards Sohn Dr. jur Krafft v. Restorff das Familiengut. Nur sechs Wochen später, am 10. August 1939, wurde er zu einer militärischen Übung eingezogen. Er fiel am 8. Dezember 1941 in Russland. Vorerbin vor ihrem unmündigen ältesten Sohn war seine Witwe, Dr. jur. Charlotte v. Restorff. Sie lebte mit ihren drei Kindern in Rakow bis zu ihrer Flucht am 30. April 1945 kurz vor dem Einmarsch der Roten Armee in Rakow.
Der ehemalige Gutshof befindet sich heute wieder im Privatbesitz. Er soll zu einem Best Western Hotel-Resort mit angeschlossenem Wohnpark ausgebaut werden.
In Kürze erscheint eine mehrteilige Rakow-Chronik. Der erste Teil beinhaltet die Geschichte von Rakow und Tessmannsdorf bis zum Jahre 1938, ergänzt durch zahlreiche Fotos sowie hoch- und plattdeutsche Gedichte, die von dem Dorfschullehrer Werner Köpke und dem ehemaligen Kutscher Wilhelm Träger zu Hochzeiten und dem 25jährigen Rakow-Jubiläum von Eberhard und Elisabeth v. Restorff verfasst worden sind. Thema des Nachfolgebandes ist der Zweite Weltkrieg und seine Folgen. Im einem dritten Teil soll dann die Entwicklung der beiden Dörfer seit der Wende 1990 behandelt werden.
Text: Maria-Charlotte Weiß - v. Restorff
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