Das Gut Groß Lunow befand sich u.a. in der Hand der ritterschaftlichen Familie von Müller, die im 18. Jahrhundert vor allem im Raum Wittenburg, so auf Gut Groß Renzow angesessen war. Christoph und Catharina von Müller, geb. Löppel, kauften um 1800 für 70.000 Taler das Gut Groß Lunow bei Gnoien, nachdem sie zuvor das Gut Kägsdorf an der Ostsee bewirtschaftet hatten. Christoph von Müllers Verwandte Ernestine von Müller aus dem Hause Renzow war die Erzieherin seiner Kinder auf Groß Lunow; eine Familientradition, die bis in das 20. Jahrhundert Bestand hatte. Unverheiratete Edeldamen blieben zumeist im Kreis ihrer Familie oder weiteren Verwandtschaft, um soziale Aufgaben wie Kindererziehung oder Haushaltsführung wahrzunehmen. Allerdings blieb der Horizont der persönlichen Entfaltung auf den Gütern oft eingeschränkt. Eine andere Lösung der Versorgung lag in der Aufnahme eines adeligen Damenstiftes, wie in Dobbertin oder Heiligengrabe in der Priegnitz, wo die Frauen ein religiös verordnetes Leben lebten, aber häufig auch mehr Selbstbestimmung wie in Fragen der Bildung wahrnehmen konnten. In den Verzeichnissen beider Damenstifte finden sich zahlreiche Edeldamen aus mecklenburgischen, pommerschen und preußischen Adelsfamilien. Das Herrenhaus Groß Lunow wurde 1884 erbaut und hat spätklassizistische Gliederungen. Es befindet sich in Privatbesitz. Der Gutspark ist verwildert.
Groß Lunow ist Bestandteil des Wochenkalenders 2010
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